Volkswagen Fleet Magazine

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Volkswagen  |  LED-Scheinwerfer im Detail


Schöner, heller, breiter.

Von einem auf die Straße geleuchteten Abbiegepfeil bis zum individuellen Licht für jeden: LED-Technologie eröffnet Ingenieuren und Designern ganz neue Möglichkeiten. Sie ist schon heute für viele Volkswagen Modelle verfügbar – und bald auch für den Golf und den Golf Variant.

Fast barock sieht der Scheinwerfer aus, wie der eines Oldtimers: ovale Form, sehr breit, sehr tief. Und doch modern, auch, weil er keine Glühlampen hat, sondern offenbar kleine quadratische Punkte die Leuchtquelle im Inneren sind. Was ist es nur, was Dr. Gunnar Koether, Leiter Licht und Sicht bei Volkswagen, da in Händen hält? „Das“, erklärt er, „ist der erste LED-Scheinwerfer von Volkswagen, gebaut 2005.“

Ein gleichsam historisches wie futuristisches Stück also. Historisch, weil es aus der Frühzeit der Beschäftigung mit dieser Lichttechnologie stammt. Schon damals war Ingenieuren wie Koether klar, dass LEDs – das Akronym steht für Licht-emittierende Diode – für den Einsatz am Auto verheißungsvoll sind: LED ist energieeffizienter als Halogen und Xenon, und man erhält bei weniger Energieaufwand ein variableres und freier gestaltbares Licht. Anders als bei den Vorgängern geht die Leuchtkraft nicht von einer einzigen Quelle aus, die von Reflektoren und Linsen gelenkt und verteilt wird.

Stattdessen besteht ein Scheinwerfer aus vielen Einzel-LEDs, sodass bei Front- und Heckleuchten ganz neue Möglichkeiten – zum Beispiel die charakteristischen Lichtbänder – für das Design entstehen. Das kann jeder im Verkehr beobachten, denn Fahrzeuge mit individuellem, auf LED basierendem Lichtdesign fallen schnell auf. Der erste Volkswagen mit LED war der XL1, gefolgt vom e-Golf. Heute sind viele Modelle von Volkswagen mit LED-Licht erhältlich, von Touran über Multivan und Tiguan bis zum Passat. Selbst für den Polo gibt es LED. „Und ich verrate kein Geheimnis“, verrät Koether doch eines, „wenn ich sage, dass wir auch für weitere Varianten des Golf bald LED anbieten werden. Das ist eine unserer Stärken bei Volkswagen: dass wir hochmoderne Technologien der breiten Masse zugänglich machen.“

Der Blick aus der Fahrerperspektive zeigt: Das Halogen-Abblendlicht aus dem Passat B3, gebaut von 1988 bis 1993, leuchtet matter und schmaler...
... als das LED-Abblendlicht des aktuellen Passat B8.

LED-Licht ist ein Beispiel dafür und der vorläufige Höhepunkt einer sehr dynamischen Entwicklung rund ums Licht in den vergangenen Jahrzehnten. Während sich seit dem Durchsetzen von Halogenlichtern in den 60er-Jahren lange „recht wenig tat“, wie Koether erklärt, hat sich das Innovationstempo seit den 90ern enorm beschleunigt. Den Anfang machte die Xenon-Technologie. Dort brennt zwischen zwei Elektroden aus Wolfram ein Lichtbogen und sorgt so für Helligkeit. Dann ergänzten mehr und mehr Assistenzsysteme wie das dynamische Kurvenlicht die Fähigkeiten der Scheinwerfer und erhöhten die Fahrsicherheit. Von Volkswagen stammt das maskierbare Dauerfernlicht, das 2010 im Touareg weltweit Premiere feierte und danach zwei Jahre einzigartig im Wettbewerb war. Dabei wird die Straße immer optimal ausgeleuchtet, ohne dass der Fahrer die Lichteinstellung manuell verändern muss. Realisiert wird das über eine hinter der Windschutzscheibe angebrachte Kamera. Erkennt sie Gegenverkehr und damit eine mögliche Blendung, wird nur in diesem Bereich abgeblendet. Die Straße bleibt für den Fahrer aber weiterhin gut und sicher ausgeleuchtet.

Das maskierbare Dauerfernlicht zeigt beispielhaft, dass ein Licht heute weit mehr ist als nur ein Scheinwerfer. Licht im Auto ist vernetzt, muss mit anderen Bereichen im Fahrzeug kommunizieren – zum Beispiel, wenn es um das Erkennen von Verkehrsschildern geht, wo einerseits Licht zur Schildererkennung notwendig ist, aber zukünftig dort automatisch abdunkelt, um die starken Rückreflexionen bei hochperformanten LED-Systemen zu vermeiden.

Nicht nur mit den Planern und Programmierern solcher Assistenzsysteme, auch mit Designern arbeiten Lichttechniker heute enger zusammen. Koether erklärt: „Früher hatten wir eine bekannte und definierte Lichtquelle, und drum herum wurde der Scheinwerfer entwickelt. Heute geschieht das im Dialog, weil die Möglichkeiten viel größer sind.“

Eine Umsetzung, die zeigt, was an der Schnittstelle zwischen ästhetischem Design und smarter Technik möglich ist, ist das Click-Clack-Rücklicht vom Passat. Dabei ist die Beleuchtung bei normaler Fahrt eine waagerechte Aufreihung von LEDs. Bremst der Fahrer, wandelt sich die Form und die horizontale Linie klappt in eine senkrechte. Das ist aufmerksamkeitsstärker für die Fahrer dahinter und erhöht so die Verkehrssicherheit. „Möglich ist das, weil wir bei LED einzelne Lichtpunkte gezielt ansteuern können. Das ist der große Sprung von Halogen und Xenon zu LED“, erklärt Koether.

Die waagerechte LED-Anordnung bei normaler Fahrt...
...wandelt sich zu einer senkrechten, wenn der Fahrer bremst

Dass LED die Zukunft gehört, glauben auch andere Experten. „LED wird uns noch einige Jahre beschäftigen, das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, erklärt Professor Cornelius Neumann, Leiter der Abteilung Lichttechnik vom Karlsruher Institut für Technologie. Wenn Koether über die Möglichkeiten von LED spricht, kommt er gleich auf konkrete Anwendungen zu sprechen: Ein LED-Licht beispielsweise, das dem Fahrer auf Befehl des Navigationssystems einen Abbiegepfeil auf die Straße leuchtet.

Oder ihm Spuren deutlich mit einem Lichtkorridor markiert. Oder sehr individuelles Licht, zum Beispiel mehrere Abblendlicht-Varianten, weil jeder Fahrer Licht anders wahrnimmt und unterschiedliche Präferenzen hat. „Natürlich muss man aber in Tests genau prüfen, ob Techniken wie Abbiegepfeile oder geleuchtete Spuren andere Verkehrsteilnehmer beeinträchtigen“, schränkt Koether ein.

LED ist also die Technik der Stunde, doch Lichttechniker und -forscher wie Koether und Neumann arbeiten bereits daran, was auf LED folgen oder es ergänzen kann. Neumann verweist auf Laser und nennt die Vorteile: „Das Laserlicht gibt aufgrund seiner hohen Intensität und seiner minimalen Ausdehnung dem Design neue Möglichkeiten.“ Gerade für sportliche Fahrzeuge käme das infrage. Koether denkt an OLEDs, organische LEDs. Auch hier hat Volkswagen bereits Prototypen entwickelt, sogar mit gebogenen OLEDs bei einer Innenleuchte. Das Innovationstempo beim Licht wird noch eine Weile hoch bleiben.