Volkswagen Fleet Magazine

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Technik  |  CNG


Mehr Energie, weniger Emissionen

Umwelt- und budgetschonend unterwegs sein? Nahezu CO2-neutral, mit großer Reichweite, leistungsstark und zu langfristig günstigen Konditionen – mit Erdgas kein Hexenwerk. Was hat es mit diesem Kraftstoff auf sich – und wieso stellt er eine echte Alternative zu Benzin oder Diesel dar?

„Aufgrund der Energiewende ist CNG als alternativer Kraftstoff für den Volkswagen Konzern ein wichtiger Baustein.“

Dr. Jens Andersen, bei Volkswagen Konzernbeauftragter für die Erdgasmobilität.

Bewährt: Erdgas im Alltag

Erdgas ist fossilen Ursprungs, besteht zum Großteil aus Methan und stammt aus unterirdischen natürlichen Gasvorkommen. Der größte Teil der weltweiten Erdgas-Reserven befindet sich im Nahen Osten sowie auf dem Gebiet der GUS-Staaten. Über große Pipelines gelangt der Kraftstoff nach Deutschland. Für einen effizienten Transport wird er dabei stark komprimiert, daher auch die Bezeichnung Compressed Natural Gas (CNG).
CNG wird heute vorwiegend zum Heizen von Gebäuden und für den Betrieb von Kraftfahrzeugen verwendet. Es besitzt mit 13 Kilowattstunden je Kilogramm (kWh/kg) die höchste Energiedichte – noch vor Benzin (12 kWh/kg) und Diesel (11,8 kWh/kg). Bedeutet: mehr Leistung und Reichweite bei weniger Verbrauch und Emissionen.

Saubere Leistung: Biogas und e-gas

Auch wenn die unterirdischen Gasvorkommen riesig erscheinen, so sind sie doch endlich. Als langfristig umweltschonender erweisen sich zwei synthetisch hergestellte Alternativen: Bio-Erdgas und e-gas.

Biogas wird in Biogasanlagen aus der Biomasse von Pflanzenresten, Gülle und Haushalts-Bioabfällen hergestellt. Anfangs bildet sich nach einem Vergärprozess Biogas, das jedoch aufgrund seines schwankenden Methangehalts nicht direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Durch Trocknung und Entschwefelung entsteht schließlich hochwertiges Bio-Erdgas mit einem Methangehalt zwischen 96 und 100 Prozent.

e-gas: Hierbei handelt es sich um synthetisch hergestelltes Erdgas aus Biomasse und erneuerbarer Energie von Windkraftwerken oder Solarkollektoren. Audi stellt synthetisches Erdgas in einer Pilotanlage im Emsland her: Pro Jahr werden dort 1.000 Tonnen e-gas produziert und dabei rund 2.800 Tonnen CO2 gebunden. Dies entspricht etwa der Menge, die ein Wald mit über 220.000 Buchen pro Jahr aufnimmt. Als Nebenprodukte fallen lediglich Wasser und Sauerstoff an.

e-gas kann – wie herkömmliches Erdgas und Bio-Erdgas auch – über das CNG-Tank­stellen­netz bezogen werden. Zurzeit stehen dafür über 650 CNG-Tankstellen deutschlandweit zur Verfügung. Abgerundet wird das Audi e-gas-Projekt durch die Audi e-gas-Tankkarte. Sie versorgt Vielfahrer und deren Audi g-tron-Modell mit Audi e-gas – für eine klimaschonende Mobilität.

Viele Modelle im Programm

In Sachen Erdgasantrieb verfügt Volkswagen über langjährige Kompetenz. Schon 2002 brachte die Marke Volkswagen Pkw mit dem Golf Variant 2.0 BiFuel ihr erstes CNG-Fahrzeug in Serie – lange vor allen anderen Herstellern. Diese Erfahrung zahlt sich aus: 14 Modelle von Volkswagen, Audi, SEAT und ŠKODA sind heute mit drei unterschiedlichen Erdgasantrieben verfügbar.

Ob als flinker Kleinwagen wie der Volks­wagen eco up!, als kompakter Sparer wie der SEAT Leon 1.4 TGI oder als sportliche Speerspitze in Form des Audi A5 Sportback g-tron – im Volkswagen Konzern gibt es für jeden professionellen Einsatzzweck das richtige Modell mit Erdgas. Ende des Jahres folgt zudem ein brandneuer CNG-Motor für den neuen Volkswagen Polo, ŠKODA FABIA, SEAT Ibiza sowie für das Kompakt-SUV SEAT Arona.

Quelle: www.discover-cng.com

Alle 14 Modelle im Blick

Fünf Sterne im ADAC EcoTest

In den letzten Jahren schneiden die CNG-Modelle von Volkswagen auch beim renommierten ADAC EcoTest besonders gut ab. Jüngst fuhr der ŠKODA OCTAVIA COMBI 1.4 TSI G-TEC Style die Höchstpunktzahl von fünf Sternen ein. Mit seinem Tankvolumen von 15 Kilogramm Erdgas beziehungsweise 50 Liter Benzin überzeugte der tschechische Lademeister zudem mit komfortablen Tankstellenintervallen: „Die Gesamtreichweite liegt dadurch auf Diesel-Niveau, mehr als 1.200 km sind mit dem OCTAVIA G-TEC möglich“, lautet das Urteil der ADAC Jury-Mitglieder. Bei einem durchschnittlichen Erdgaspreis von 1,044 Euro/kg kostet eine CNG-Tankfüllung gerade mal rund 15 Euro (Quelle: www.gas-tankstellen.de, Stand August 2017).

Auch andere CNG-Modelle aus dem Volkswagen Konzern konnten in den letzten Jahren immer wieder im ADAC EcoTest mit den besten Ergebnissen punkten. Ganz vorn dabei waren unter anderem der Volkswagen Golf 1.4 TGI Blue Motion (2014) und der Audi A3 Sportback g-tron (2013). Letzterer überzeugte auch jüngst die Tester der Auto Bild im 100.000-Kilometer-Dauertest. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Der g-tron fährt mit der Note 1+ in unserer ewigen Hitliste an die Spitze – sicherlich die sauberste Seite am Erdgasexoten“, urteilten die Juroren.

Erdgas-Fahrzeuge häufig günstiger

In Sachen Modellvielfalt, Ausstattung und Fahrleistungen sind erdgasbetriebene Fahrzeuge Benzinern und Dieseln also nahezu ebenbürtig. Und bei den Kosten? Der ADAC hat jüngst eine Kostenanalyse mit vergleichbaren Motorisierungen durchgeführt. Ergebnis: Viele Erdgasmodelle fahren bis 30.000 Kilometer Gesamtfahrleistung pro Jahr häufig günstiger als Benziner und sogar Diesel . Zudem wird der Kraftstoff bis zum Jahr 2026 vom Staat über einen niedrigen Mineralölsteuersatz gefördert.

FleetDriver spricht mit Guillaume Larroque, Direktor Tankstellen, TOTAL Deutschland GmbH

Wieso CNG als Brückentechnologie ideal ist die gesteckten CO2-Ziele zu erreichen, erklärt Guillaume Larroque, Direktor Tankstellen der TOTAL Deutschland GmbH. Er erklärt im Interview mit Fleetdriver wie das Tankstellennetz in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll und ob synthetische Gase für TOTAL eine Rolle spielen.

Fleet Magazine: Herr Larroque, vor Kurzem haben der Volks­wagen Konzern, Betreiber von CNG-Tankstellen und Gasnetzanbieter eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, mit der Sie sich zum Ausbau der CNG-Mobilität bekennen. Was war Ihre Motivation, daran mitzuwirken?

Guillaume Larroque: Im Grunde geht es darum, das Thema CNG wieder ins Bewusstsein der Kunden zurückzubringen. Diese sogenannte Brückentechnologie hat mehrere Vorteile: Erstens hilft sie dabei, die gesteckten CO2-Ziele zu erreichen. Zweitens ist die Technologie ausgereift, sie muss nicht erst eingeführt werden. Und drittens steht die Infrastruktur schon bereit, denn deutschlandweit ist CNG-Kraftstoff an etwa 900 Tankstellen erhältlich.

 

Warum im Verbund mit Volkswagen?

Guillaume Larroque: Es ist ein großer Vorteil dieser Initiative, dass die verschiedenen Branchenplayer hier gemeinsam kommunizieren und jeder seinen Teil zu einem funktionierenden CNG-System beiträgt. Damit kann der Kunde darauf zählen, dass nicht nur Fahrzeugtechnologie vorhanden, sondern auch die Kraftstoffversorgung sichergestellt ist.

 

Und welche Meilensteine stehen nun an?

Guillaume Larroque: Kurz gesagt: Wir müssen jetzt liefern. (lacht)

 

Gutes Stichwort: Es ist geplant, die CNG-Tankstellen auf 2.000 aufzustocken. Wie schnell wird das erfolgen?

Guillaume Larroque: Wir werden schrittweise und so schnell wie möglich vorgehen. Zuerst einmal wollen wir den Anteil von CNG am Gesamtkraftstoffvolumen von 0,5 auf etwa 4 Prozent steigern. Das ist eine enorme Herausforderung. Im Anschluss geht es darum, die Zahl der Tankstellen zu erhöhen. Wir von TOTAL wollen in unserem Filialnetz die Zahl der Gastankstellen in den kommenden fünf Jahren auf etwa 180 verdoppeln.

 

Häufiger Kritikpunkt bei CNG-Tankstellen ist die Erreichbarkeit – wie wollen Sie dem begegnen?

Guillaume Larroque: Dieses Argument kenne ich – und entgegne ganz klar, dass im CNG-Gesamtnetz etwa 80 Prozent der Zapfsäulen genauso gut positioniert sind wie die für Diesel.

 

Künftig sollen den rund 14.500 „klassischen“ Tankstellen mit etwa 56.000 Zapfstellen in Deutschland (Stand: Jahresbeginn 2016) dann 2.000 CNG-Tankstellen gegenüberstehen. Warum werden nicht noch mehr CNG-Tankstellen eingerichtet?

Guillaume Larroque: Die grundsätzliche Frage ist doch viel mehr: Wie viele Zapfsäulen benötigt man, um eine ausreichende Netzabdeckung zu erlangen? Nach unseren Prognosen werden wir mit den künftigen 2.000 CNG-Standorten eine Komplettversorgung sowie eine vernünftige Erreichbarkeit gewährleisten.

 

CNG kann fossiles Erdgas oder – wie beispielsweise Audi e-gas – synthetisches Gas sein. Was werden Sie anbieten?

Guillaume Larroque: Wir haben in der Vergangenheit bei unserem Kraftstoffangebot immer wieder Anpassungen vorgenommen, das ist nichts Neues für uns. Und auch in puncto CNG werden wir das liefern, was der Kunde sich wünscht. Um es noch einmal zu sagen: Infrastrukturell sehe ich hier keine Schwierigkeiten. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Frage, ob wir genügend Kapazitäten in optimaler Qualität aufbauen können.

 

Ziel ist es, bis 2025 in Deutschland die CNG-Fahrzeugflotte zu verzehnfachen. Welche Hürden gilt es dafür noch zu überwinden?

Guillaume Larroque: Technologisch und vom Handling her betrachtet sind die auf dem Markt erhältlichen Fahrzeuge schon heute sehr gut, allen voran die Modelle des Volkswagen Konzerns. Meiner Meinung nach kann deren Attraktivität auf zwei Arten weiter gesteigert werden: Für den Fahrer vor allem über Design und Komfort. Und im Fuhrparkmanagement über Qualität, Kosten – und natürlich Emissionen. Gerade mit Hinblick auf NOX bietet CNG interessante Vorteile.

 

Weil Sie es ansprechen: Diesel steht in der Kritik. Umweltprämien sollen Besitzer älterer Fahrzeuge zum Neuwagenkauf animieren. Wird sich dies auf die Absatzzahlen der CNG-Fahrzeuge auswirken?

Guillaume Larroque: Davon gehe ich aus. Insbesondere, weil wir zusätzlich mit unserer Initiative die Vorteile der CNG-Fahrzeuge in den Fokus rücken und überzeugende Argumente liefern.

Mehr Tankstellen geplant

Während der Elektroantrieb für kurze und mittlere Strecken prädestiniert ist, stellt Erdgas gerade für mittlere und lange Strecken auch künftig eine clevere Alternative dar. Neue Modelle und noch effizientere Motoren wie der jüngst vorgestellte 1,0-Liter-Dreizylinder-CNG-Turbo für die neue A0-Klasse (Volkswagen Polo, ŠKODA FABIA, SEAT Ibiza, SEAT Arona) machen das ohnehin schon breite Modellangebot auf absehbare Zeit noch vielfältiger. Darüber hinaus soll auch das Tankstellennetz dichter werden. Daher hat Volkswagen als einziger Hersteller zusammen mit Erdgasversorgern, Fernleitungsnetzbetreibern und Tankstellenbauern eine Initiative gegründet, die in den kommenden zehn Jahren das deutsche CNG-Tankstellennetz verdoppeln will.

„Die Politik sollte CNG stärker fokussieren.  Tankstellenbetreiber, Gasversorger und Autohersteller müssten sich gemeinsam um die Weiterentwicklung kümmern.“

Dr. Andersen

Und was geschieht, wenn der Tank eines Erdgas-Fahrzeugs doch mal leer und die nächste CNG-Tankstelle nicht in Reichweite ist? Kein Problem – alle CNG-Modelle aus dem Volkswagen Konzern sind bivalent ausgestattet und verfügen auch über einen Benzintank. So sind – je nach Modell – Gesamtreichweiten von bis zu 1.200 Kilo­meter pro Tankfüllung möglich.