Volkswagen Fleet Magazine

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Roter VW Bus in einer Halle

Volkswagen Nutzfahrzeuge  |  Unterwegs zum Volkswagen Bulli


Magic Bus

Der Bulli: ein Auto, unendlich viele Geschichten. Von fleißigen Wirtschaftswunderkindern, tanzenden Hippies und ganz normalen Menschen, die irgendwie alle denselben Traum träumen. Versuch einer Annäherung an einen magischen Gefährten.

Was denn, jetzt schon? Das Mikrowellenpopcorn kühlt gerade erst auf Zimmertemperatur herunter, die Eiswürfel in der Cola sind noch nicht mal richtig angeschmolzen. Trotzdem kribbelt es im Bauch. Schuld ist ein gewisser Richard Kimborough aus Arizona, der da in den Anfangsminuten von „The Bus“ über die Mattscheibe flimmert. Lange Haare, lässiger Bart, Marke „Mir egal, was du von mir denkst“. Der perfekte Poet für ein Stückchen Freiheit auf Rädern: „In welchem anderen Auto kannst du morgens zur Arbeit fahren und die Leute winken dir lächelnd zu, weil sie sich freuen, dich zu sehen?“

Bulli-Parade

Wer jetzt nicht seinen Job an den Nagel hängen, eine semioptimal gestimmte Klampfe einpacken und im Bulli die Welt erkunden will, dem ist nicht zu helfen. Filmemacher Damon Ristau hat ganze Arbeit geleistet. Seine Dokumentation ist von der ersten bis zur letzten Minute eine einzige Liebeserklärung, die man ihm deshalb sofort abnimmt, weil sie das in den Mittelpunkt stellt, worum es beim Volkswagen Bulli immer ging: die Menschen, ihre Ideen und Träume.

Pon’s Blitz

Menschen, Ideen und Träume ­– alle drei Elemente kamen zusammen, als der Niederländer Ben Pon am 23. April 1947 etwas in sein Notizbuch kritzelte. Kurz zuvor hatte er bei einem Besuch des Volkswagen Werksgeländes in Wolfsburg ein bizarres Etwas erspäht, dass sich Arbeiter zum Gütertransport zusammengeschweißt hatten. Aus diesem sogenannten Plattenwagen skizzierte Pon einen Autotyp, den es noch nicht gab: einen Frontlenker mit Heckmotor und kastenförmigem Aufbau.

Million Dollar Baby

Pons Geistesblitz war der Startschuss für ein Millionending; schließlich füllte der Volkswagen Transporter in Nachkriegsdeutschland eine Marktlücke. Robuste und preiswerte Transportfahrzeuge für Kleingewerbler und den Mittelstand. Wirtschaftlicher Pragmatismus pur also. An Blumenkinder oder braungebrannte Surfer dachte noch niemand, als die Serienfertigung am 8. März 1950 anlief. Wenngleich der Bulli bereits ab 1951 als Ferienmodell „Samba“ mit 21 Fenstern nicht nur das deutsche Wirtschaftswunder mobilisierte, sondern auch die Menschen dahinter.

Who is Who

Szenen- und Zeitenwechsel. Oder doch nicht? Irgendwie bekommt man in der Hannoveraner Lagerstraße 2 auch im Jahr 2013 das Gefühl, jemand habe die Uhr ein Stück zurückgedreht. Gleich stürmen Roger Daltrey und Pete Townshend die Halle, schmettern „I’m going to find a home on wheels“, vielleicht auch den „Magic Bus“. Doch ob mit oder ohne „The Who“ im Äther: Hier weht auf 7.000 Quadratmetern der Geist glorreicher Bulli-Tage. 13 hochspezialisierte Mitarbeiter verhelfen den historischen Bussen behutsam zu neuem Glanz. Blechbiegebank, Dreh- und Fräsmaschine, eine eigene Lackiererei – Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer hat an alles gedacht.

Love, Pieces and Harmony

Seit einiger Zeit können auch externe Kunden die Aufbereitung in Anspruch nehmen. Das Besondere: Nur an diesem Ort bekommt man eine Restaurierung ab Werk samt Zertifikat. On top wird jeder Arbeitsschritt fotografisch dokumentiert. Ersatzteile nimmt das Team zum Teil sogar aus dem Original-Bestand von Volkswagen. Neben Teil- oder Vollrestaurierungen kümmern sich die Spezialisten um Lackaufbereitungen, Inspektionen oder kleine Schönheitsreparaturen. Was tut man nicht alles für die eine, große Liebe?

Die unendliche Geschichte

Nochmal zurück zum Zelluloid: Eigentlich, gibt Regisseur Damon Ristau zu, sollte sein Film eine Doku über eine sterbende Ikone werden. Erst im Lauf der Recherche, unter anderem bei Volkswagen Nutzfahrzeuge vor Ort, wurde ihm bewusst, wie quicklebendig der Kult um den Bulli ist. Das liegt – erraten! – an den Menschen, die dieses automobile Erbe hegen und pflegen. Menschen, zu denen auch Musiker Dave Manning gehört, der mit seinem T1 durch die Staaten tourt. Auch er kommt in „The Bus“ zur Sprache. Wenn man im Bulli unterwegs ist, sagt er, werde man viel öfter angesprochen als sonst. „Alle erzählen dir ihre persönlichen Geschichten. Und ab und zu braucht man in diesen Fahrzeugen Hilfe von jemandem – bis du irgendwann an der Reihe bist, jemandem zu helfen.“ Da darf auch der toughe Folk-Barde hinter seiner Sonnenbrille mal die ein oder andere Träne opfern: „Der VW-Bus hat mich zu einem besseren Menschen gemacht“, gibt Manning zu. Welches Auto kann das schon von sich behaupten … Happy End. Oder Fortsetzung folgt? Ach, beides!

Damon Ristau, Regisseur von "The Bus"