Volkswagen Fleet Magazine

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ŠKODA  |  Partner der Tour de France


Keep on cycling

Die Sonne flimmerte über dem Asphalt, Rad an Rad schob sich der lange Tross an Profisportlern langsam die Bergpassage auf den Straßenpass Col d’Izoard in den französischen Alpen hoch. Schwitzend und keuchend auf über 2.300 Metern ging es für die Radprofis Meter um Meter die engen Serpentinen den steilen Berg hinauf. Vorbei an scharfkantigen Felsen auf der einen und tiefen Abgründen auf der anderen Seite. Kaum Platz zum Fahren, geschweige denn zum Stehen – und doch säumten tausende begeisterte Fans die engen Straßen – nur einige von den rund 12 Millionen die bei der 104. Tour de France 2017 live dabei waren. Mitten drin im Gewühl der Favoriten und Wasserträger zahlreiche Motorräder und 250 von ŠKODA bereitgestellte Organisations- und Begleitfahrzeuge …

Interview

Fleet Driver spricht mit Hans-Michael Holczer, Leiter des ŠKODA Veloteams

Dramatische Endspurts, tragische Stürze, triumphale Sieger – die 104. Tour de France war in diesem Jahr an Spannung kaum zu übertreffen. Fleet Magazine sprach mit Hans-Michael Holczer, Ex-Radsport-Manager und Organisator des ŠKODA-Veloteams.

Herr Holczer, die 21 Etappen der Tour 2017 sind vorbei – was waren für Sie die Highlights in diesem Jahr?

Ganz klar die mobilisierten Menschenmassen. Sei es um direkt an die Strecke zu kommen, wie beim Grand Départ in Düsseldorf. Oder auch um die Live-Übertragungen anzusehen. Natürlich hatten es aber auch die Kämpfe um das Gelbe und das Grüne Trikot wieder in sich. Summa summarum war die Tour 2017 für mich so spannend wie schon lange nicht mehr.

Deutschland ist keine Radsport-Nation mit Gesamtsieganwärtern im Spitzensport, der letzte deutsche Tour-Sieg ist mehr als 20 Jahre her. Trotzdem kamen zum Tourstart 500.000 Zuschauer nach Düsseldorf. Was elektrifiziert die Fans in Deutschland wieder an die Strecken zu kommen?

Ein Grund ist sicherlich der sportliche Erfolg deutscher Radprofis in den vergangenen fünf Jahren. Im Schnitt gewannen sie bei der Tour etwa ein Viertel der Etappen. Und auch in diesem Jahr ging eine Reihe starker deutscher Fahrer und Teams an den Start, wie etwa Marcel Kittel von Quick-Step Floors, der mit fünf Etappensiegen einen neuen deutschen Rekord aufstellte. So etwas begeistert natürlich und sorgt für entsprechende Zuschauerzahlen.

Was sagen Sie zum Gesamtsieg von Christopher Froome – war damit zu rechnen, zumal er dieses Jahr keine einzige Etappe gewonnen hat?

Er hat die Tour schon dreimal gewonnen, von daher ist mit ihm immer zu rechnen. Ich war allerdings doch überrascht, dass er so sehr in Bedrängnis kam. Er hat das Gelbe Trikot ja sogar einmal an den Italiener Fabio Aru vom Astana Pro Team abgeben müssen.

Welchen Einfluss hatte die Streckenführung auf den Tour-Verlauf? 

Der Verzicht auf mehrere Zeitfahretappen hat dafür gesorgt, dass Froome als Zeitfahrspezialist die Tour nicht mit fünf Minuten Vorsprung für sich entscheiden konnte. Das war gut für die Fahrer und für die Zuschauer. Wenn die Streckenführung in den nächsten Jahren ähnlich gestaltet ist, wird es Froome künftig immer wieder schwer haben, die Tour zu gewinnen. Er braucht den Vorsprung, den er sich über die Zeitfahretappen herausfahren kann.

Was zeichnet einen Tour-Sieger wie Froome aus?

Er bringt eine „Komplettheit“ mit. Das heißt: Er ist sowohl im Zeitfahren schnell, erklimmt aber auch einen Berg ohne allzu großen Zeitverlust und zu guter Letzt ist er problemlos in der Lage, bei den Schlusssprints den Kontakt nach vorn zu halten.

Kommen wir vom Engländer zu den deutschen Fahrern. Wer ist aus Ihrer Sicht das hoffnungsvollste Talent?

Ich traue Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe) durchaus zu, in den kommenden Jahren unter die Top-Ten der Gesamtwertung zu fahren. Und mit Marcel Kittel (Quick-Step  Floors) haben wir einen Fahrer, der mich bereits dieses Jahr überrascht hat. Er legte eine Form an den Tag, die ich schon lange nicht mehr bei ihm gesehen habe. Schade, dass er nach seinem Sturz auf der 17. Etappe verletzt aus der Tour aussteigen musste. Künftig ist er sicherlich ein Favorit für das Grüne Trikot.

Neben der Fahrern, welches Team hat Sie am meisten überrascht?

Das französische Team Ag2R-La-Mondiale. Ihr starkes Auftreten bei der Rundfahrt hatte ich nicht erwartet und wurde am Ende bekanntlich mit Platz zwei im Klassement belohnt.

Apropos Teamleistung: Welche Aufgaben übernimmt die Mannschaft für Ihren Top-Fahrer?

Ein Radteam ist organisiert wie ein Unternehmen. Ein Beispiel: Christopher Froome als Kapitän steht an der Spitze des Team Sky. Ihn unterstützen sieben Adjutanten, zu denen der Deutsche Christian Knees zählt. Ihre Aufgabe ist es, Froome so lange wie möglich Windschatten zu geben. Der Leader muss dadurch bis zu 60% weniger Leistung aufwenden und kann damit enorme Kräfte sparen.

Das Sky Team hat einen Etat von mehr als 35 Millionen Euro zur Verfügung. Wie viel Geld muss man in die Hand nehmen, um überhaupt ein Tour-de-France-siegfähiges Teams auf die Straße zu bringen?

Es müssen in der Regel rund 20 Millionen Euro investiert werden. Allerdings ist es auch möglich, mit weniger Geld ein gutes Team aufzustellen, das um die ersten Plätze mitfährt.

Neben dem Budget ist auch das „Wettrüsten“ immer wieder ein Thema – wo führt die Reise hin?

In den letzten Jahren hat sich gerade bei der Aerodynamik der Räder und in der Materialentwicklung einiges getan, was durchaus den Rennverlauf beeinflussen kann. So tragische Stürze, wie Richie Porte ihn während der 9. Etappe hatte – er prallte mit sehr hohem Tempo gegen einen Felsen –, wären vor einigen Jahren vielleicht nicht passiert, weil man aufgrund der geringen Lenkkopfsteifigkeit – das Rad war einfach wackeliger – nicht so schnell einen Berg hinuntergefahren wäre.

Stichwort: Peter Sagan (Team Bora-Hansgrohe) und der vermeidliche Ellenbogencheck. Gibt es heute noch das sogenannte Gentlemen-Agreement unter den Fahrern?

Bei der Tour zählt jede Sekunde und da kann es schon verführerisch sein, sich diese Sekunde zu holen – auch mit nicht ganz regelkonformen Verhalten. Allerdings gibt es unter den Fahrern eine große Solidarität. Man muss sich vertrauen können, wenn man beispielsweise mit 100 Stundenkilometern zusammen einen Berg hinunterfährt. Hält sich hier jemand nicht an die Regeln, kann das fatal sein.

Was bringt mehr: eine bessere Aerodynamik oder weniger Gewicht?

Das hängt immer von der Disziplin ab. Beim Zeitfahren kann eine gute Aerodynamik von Rad und Fahrer wichtige Sekunden bedeuten, dafür ist es am Berg das Gewicht, welches über Sieg oder Niederlage entscheidet. Dies kann man natürlich im Windkanal testen, aber die realen Bedingungen während eines Rennes spielen auch eine wichtige Rolle. Allerdings darf man den Faktor Mensch und den Rennverlauf nicht unterschätzen.

Sobald das Fahrerfeld die Strecke passiert hat, folgt der gigantische Tross an Begleitfahrzeugen. Wie stark können die Betreuer daraus Einfluss auf die Fahrer nehmen?

Fahrer und Betreuer stehen im ständigen Funkkontakt. Natürlich spricht man da auch über den aktuellen Rennverlauf, und wie die Fahrer auf diesen reagieren können. Allerdings hängt der Erfolg eines Fahrers bei einer Etappe auch immer von seiner Kraft ab – und die kann man nur schwer aus dem Auto heraus einschätzen. Das muss der Fahrer dann schon selber machen.

Interview Ende

Tour der Leiden

Es waren 21 Etappen der diesjährigen Tour de France – oder auch der Tour der Leiden wie sie auch genannt wird. Nach dem Gipfel ging es rasend bergab: wo vor Minuten noch in Schrittgeschwindigkeit um jeden Meter gekämpft wurde, jagten die Akteure nun in halsbrecherischem Tempo den Berg wieder hinunter. Die Spitze schaffte hier fast 130 km/h.

Bei der Hetzjagd Rad an Rad konnten schon kleine Schlenker im Feld zu bösen Verletzungen führen. Hinter den Schnellsten rasten auch die ersten ŠKODA Begleitfahrzeuge den Radprofis hinterher. Sie sind die mobilen Schaltzentralen der Teams und des Organisationstrosses. Vollgepackt wie kleine Transporter enthalten die Modelle KODIAQ, OCTAVIA COMBI und SUPERB alles was unterwegs benötigt wurde: Ersatzräder auf dem Dach, Verpflegung und Getränke im Kofferraum. Auf den Sitzen Teamchef, sportliche Leiter der Teams, Mechaniker, Masseure, Pressesprecher und viele Gäste. Über 3.500 Kilometer bergauf und bergab funktionierten alle Fahrzeuge auch nach dem letzten Kilometer noch wie am ersten Tag – wenn man von einigen äußeren Blessuren absieht, die eine Tour de France nicht nur für die Radprofis, sondern auch die begleitenden Fahrzeuge bereithielt.