Volkswagen Fleet Magazine

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Marken  |  Autosalon Paris


Haute Voiture

Spätsommer in Paris. Die Promi-Dichte ist erschöpfend, die ganze Stadt ein Laufsteg, die Paparazzi sind überfordert.

Während ich in der Rue Saint Honoré stehe und auf ein Taxi warte, steigt vor mir Anna dello Russo von der japanischen Vogue aus einer Limousine – mehr oder weniger gehüllt in einen schwarzen Hauch von Nichts von Alexander McQueen. Ein paar Meter weiter links steht Wolfgang Joop vor einem Schaufenster und hypnotisiert die Schaufensterpuppen. Rechts von mir balancieren zwei Models aus einem Luxushotel und tauschen umgehend ihre Leo-Louboutins gegen Ballerinas. Ihr Begleiter bedauert das außerordentlich. Spätestens jetzt wird klar: es ist Modewoche.

Während die halbe Welt ihre Aufmerksamkeit der hohen Kunst der Couture widmet, konzentriert sich die andere Hälfte auf die Messehallen im 15. Arrondissement. Denn dort findet zeitgleich der Mondial de l’Automobile statt – oder kurz: Der Pariser Autosalon. Doch während die Couturiers nur bis zur nächsten Saison denken, werden hier Visionen für das kommende Jahrzehnt präsentiert. Der Pariser Autosalon ist nicht besonders groß, aber er versammelt auf seinem Laufsteg die Highlights der Automobilbranche. Klasse statt Masse lautet die Devise – Haute Voiture eben. Fleet Driver stellt einige der wichtigsten Modelle aus Halle 4 vor.

„Think New!“ ist über dem Volkswagen-Stand zu lesen. Und mit einem Paukenschlag zeigt die Marke, dass es ihr damit ernst ist: sie präsentiert die visionäre Studie I.D., den ersten Volkswagen einer völlig neuen Generation hochinnovativer Elektrofahrzeuge, dem noch viele folgen werden. In nur vier Jahren soll das kompakte Zero-Emission-Vehicle in Serie gehen, ab 2025 wird es den vollautomatisierten Fahr-Modus „I.D. Pilot“ geben. Den teste ich gleich mal im Simulator aus. Mittels Virtual Reality Brille erlebe ich, wie es ist, das Fahren dem Auto zu überlassen. Es geht „ohne Hände“ durch Barcelona. Anfangs fühle ich mich unsicher, fasse aber bald Vertrauen zum Autopiloten. Der I.D. basiert auf einer ganz neuen Fahrzeugarchitektur die für rein elektrische Fahrzeuge entwickelt wurde. Sie lässt einen ausgesprochen großzügigen Innenraum zu. Angetrieben wird er von einem 125 kW / 170 PS starken Elektromotor, der eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern hat. Dass der I.D. preislich mit einem vergleichbar stark motorisierten Golf mithalten kann, dürfte das Thema Elektromobilität endgültig etablieren.

Ein weiteres Highlight in Sachen Zero-Emission steht gleich daneben: Der BUDD-e feierte zwar bereits im Januar in Las Vegas Premiere, doch das europäische Publikum lernt die Studie hier in Paris kennen. Er ist vollvernetzt und bietet ein innovatives Anzeige- und Bedienkonzept. Die Gestensteuerung probiere ich an einem Info-Terminal aus. Prädikat: Intuitiv. Genau wie der I.D. beruht der Van auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). Der sympathische BUDD-e gilt als moderne Interpretation des Bulli.

Der dritte im Bunde ist ebenfalls auf dem Autosalon anzutreffen: Der auf dem Serienmodell basierende e-Golf Touch. Auch er ist mit Gestensteuerung ausgestattet und denkt mit seinem 9,2 Zoll großen Touchdisplay das Thema Connectivity zu Ende: Hier verschmelzen die Bedienwelten von Smartphone und Automobil.

Am Messestand von Audi ist einiges los. Unter anderem ist die neue Generation des Q5 zu bestaunen – den die Ingolstädter in Paris erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Ich erfahre von neuen Motoren, verringertem Gewicht und der besten Aerodynamik im Wettbewerb: der weltweit beliebteste SUV in seiner Klasse wird also noch effizienter und dynamischer.

Erstmals auf einer Messe zu sehen ist auch das Top-Modell der Q7-Baureihe, der Audi SQ7 TDI. Als erstes Serienmodell von Audi verfügt das SUV über einen elektrisch angetriebenen Verdichter. Dieser unterstützt die beiden Abgasturbolader des 4.0 TDI bei niedrigen Drehzahlen. Turboloch? Das war einmal. Der Audi SQ7 TDI hat 435 PS Leistung und liefert satte 900 Newtonmeter Drehmoment.

Die Designschmiede von Porsche enthüllt den neuen Panamera 4 E-Hybrid. Unglaublich: Die Hybrid-Version des Panamera erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 278 km/h. Ohne Verzögerung stehen aus dem Stand heraus 700 Newtonmeter System-Drehmoment zur Verfügung. Nach 4,6 Sekunden lässt der Luxussportler die 100-km/h-Marke hinter sich.

Eine Weltpremiere feiern die Zuffenhausener mit dem 911er GT3 Cup – und stellen mit diesem Fahrzeug die neueste Generation des weltweit meistverkauften Rennwagens vor. Dank eines komplett neu entwickelten Vierliter-Sechszylinder-Boxermotors mit Benzin-Direkteinspritzung stellt der Flitzer 357 kW (485 PS) zur Verfügung.

Die Spanier von SEAT nutzen den Autosalon in Paris, um die angekündigte Produktoffensive voranzutreiben. Diese wurde vor Kurzem mit der Markteinführung des Ateca gestartet – und soll im Jahr 2017 mit weiteren Modellaufwertungen und kompletten Neuerscheinungen weitergehen: Am Stand erfahre ich, dass der neue Leon sowie die fünfte Generation des Ibiza kommen werden – und dass mit dem neuen Arona das Debüt von SEAT im Crossover-Segment ansteht. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen allerdings zwei andere Modelle: der neue SEAT Ateca, der erste Stadtgeländewagen aus Martorell, sowie dessen abenteuerliche Offroad-Version Ateca X-Perience. SUV-Feeling auf Spanisch. Versteht jeder.

Apropos „Sport Utility Vehicle“. Auch ŠKODA hat seit Kurzem ein eigenes Fahrzeug im Angebot. Wenig verwunderlich also, dass der KODIAQ in Paris seine ganz große Bühne erhält. Was mir sofort auffällt: Die tschechische Marke hat ihre Designsprache erfolgreich ins SUV-Segment übertragen. Sieht klasse aus – und bietet zahlreiche weitere Argumente: Serienmäßig mit verschiebbarer Rücksitzbank, auf Wunsch mit einer dritten Sitzreihe bestellbar. Selbstverständlich auch beim SUV mit an Bord: mehr als 30 „Simply Clever“-Details, darunter sieben neue praktische Lösungen, wie etwa der automatisch ausfahrende Türkantenschutz, die elektrische Kindersicherung für die hinteren Türen sowie – für Fondspassagiere – das Schlafpaket: Die Schlafkopfstützen lassen sich seitlich ausklappen, um zu verhindern, dass der Kopf zur Seite kippt, dazu gibt es kuschelige Decken. „Typisch ŠKODA“ denke ich, als ich mich auf den Weg nach Hause mache. „So ein Schlafpaket käme mir für den Heimweg gerade recht.“